Gemeinde-
und Bezirkssuche

Woche 6 / 2023

07.02.2023

Das Toggenburg ist nur einen «Katzensprung» von zu Hause entfernt. Mit dem Zug erreichen wir am Mittwochabend in einer knappen Stunde Wattwil, das Ziel der Reise. Was für eine Überraschung! Auf dem Perron erwarten uns die drei Kinder des Vorstehers und heissen uns herzlich willkommen. Plaudernd geht es zum Gottesdienstort.

 
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So herzlich, wie wir bereits auf dem Bahnhof willkommen geheissen wurden, geht es gleich weiter. Mit grosser Herzlichkeit und Freude empfangen uns die Schwestern und Brüder schon im Vorraum. Zusammen mit Bischof Fässler versammeln wir uns in einer freudigen und lebendigen Gemeinde zum Gottesdienst. Vielfältig und berührend sind die musikalischen Vorträge. Die Gemeinde erhält aus der Hand Gottes ein Geschenk. In diesem Gottesdienst kann für die Gemeinde Wattwil eine Diakonin ordiniert werden. Es hat mich ganz stark berührt, mit welcher Herzlichkeit, Zuwendung und Dankbarkeit die neue Amtsgabe willkommen geheissen wurde.

Am frühen Freitagmorgen geht die Reise los nach Moldawien. Bischof Keller begleitet mich. Apostel Cone hat mir schon im Vorfeld geschrieben, dass die Geschwister diesen Besuch mit Sehnsucht erwarten und besondere Kraft brauchen. Die ständige reale Angst davor, dass auch in der Republik Moldau der Krieg jederzeit losbrechen könnte, drückt auf die Stimmung und lähmt. Mit einem starken Glauben und Gottvertrauen versuchen die Geschwister dieser Situation zu begegnen.

Der Hinflug über Wien gestaltet sich, ausser dem starken Wind beim An- und Abflug in Wien, problemlos. Mit dem grossen Wunsch im Herzen, an diesem Wochenende viel Mut und Zuversicht in die Herzen legen zu können, landen wir auf dem Flughafen der moldawischen Hauptstadt Chişinău. Apostel Cone und Bischof Gavriliuc erwarten uns bereits; gemeinsam fahren wir nicht wie sonst üblich zum Hotel, sondern auf direktem Weg nach der Ortschaft Răzeni zu der von unserem Hilfswerk Humanitas unterstützten, stiftungseigenen Kindertagesstätte. Damit erfüllte sich für mich ein Wunsch, der pandemiebedingt nicht früher realisiert werden konnte – endlich ist es soweit. Wir biegen in die Strasse ein, an der die Tagesstätte liegt. Obwohl ein eisiger Wind weht, werden wir bereits erwartet. Mit Brot und Salz empfangen uns ein Mädchen und ein Knabe in der typischen Landestracht. Dann tauchen wir ein in ein dreistündiges, unvergessliches Erleben mit den Kindern, die aus mittellosen Familien kommen und an diesem Ort eine Chance für die Zukunft bekommen. Mit grossem Engagement und unermüdlichem Eifer wird dieses Projekt durch das Leitungsehepaar und die Lehrpersonen geführt. Ich kann mich überzeugen, dass die Spenden an Humanitas auch hier sehr wertvoll eingesetzt werden. Strahlende Kinderaugen sind das grösste Geschenk. Der Artikel auf unserer Website gibt einen schönen Einblick in das Erlebte.  Sie sind da! - Gebietskirche Schweiz (nak.ch) .
Glücklich fahren wir nach Chişinău. Es stehen zwei intensive Tage vor uns und die kleine Zeitverschiebung von einer Stunde merken wir spätestens beim noch früheren Aufstehen.

Fast drei Stunden wird die Fahrt ganz in den Süden von Moldawien dauern. Heute Samstag um 11 Uhr ist Gottesdienst in Cahul, ganz in der Nähe der rumänischen Grenze. Während der Fahrt kommen wir auch nahe zur ukrainischen Grenze. Das Wissen, dass wenige Kilometer weiter weg Krieg herrscht ist ein beklemmendes Gefühl. Unsere Gedanken sind bei den notleidenden Menschen. Moldawien hat gemessen an der Bevölkerungszahl am meisten Flüchtlinge aufgenommen und der Strom neuer Flüchtlinge ist nur vorübergehend während des Winters etwas weniger geworden. 

In unserer Kirche ist es nicht gerade warm und es ist ratsam, die Mäntel anzubehalten. Trotz etlicher krankheitsbedingten Absenzen hat sich eine schöne Anzahl Geschwister versammelt. Gemeinsam erleben wir, wie acht Kinder versiegelt werden. Der Gottesdienst wird nicht nur ins Rumänische, sondern im Hintergrund durch Bezirksältesten Anatol Cernov auch ins Russische übersetzt. Ebenso spricht Bischof Gavriliuc sehr gut russisch und kann deshalb in dieser Sprache mitdienen. Ich fühle ein starkes Verlangen nach dem Wort Gottes. Das Einssein der Gemeinde ist erlebbar. Herkunft und Sprache spielen dabei keine Rolle. Tief beeindruckt und unendlich dankbar kehren wir zurück. Wir tragen die Geschwister im Herzen. Die Autofahrt nutzen wir wie üblich für die notwendigen Besprechungen. Inzwischen hat es zu schneien begonnen und die auch sonst nicht ganz einfachen Strassenverhältnisse verschlechtern sich dadurch zusätzlich. Nach der Rückkehr gibt es noch weitere Gespräche im Hotel.

Der Koffer ist gepackt und die Zimmer sind abgegeben. Heute Sonntag geht die Reise nach Leova, einer Stadt ebenfalls im Süden Moldawiens, am Grenzfluss Pruth zu Rumänien gelegen. Es schneit immer noch leicht und ein starker, eisiger Wind weht. Ich freue mich sehr auf die Begegnung mit unseren Glaubensgeschwistern, die es wirklich nicht leicht haben.

Auf den letzten Metern über einen vereisten und halb mit Schnee bedeckten Platz begegnet uns ein künftiger Glaubensbruder, der heute mit zwei weiteren Erwachsenen versiegelt wird. Er ist mit dem Rollstuhl unterwegs und kämpft sich mühsam vorwärts. Bei seinem Anblick kämpfe ich mit den Tränen. Der Wunsch ein Gotteskind zu werden ist stärker als alles, was ihn daran hindern könnte. Im Herzen schaue ich auf zu ihm.

Wie schon am Tag zuvor behalten wir Mäntel und Jacken an. Das Gottesdiensterleben lässt uns die äusseren Umstände vergessen und ein Stück Himmel wird inmitten der Gemeinde erlebbar. Das Erleben des Heiligen Abendmahls für die Entschlafenen geht ganz tief.

Ein zu Herzen gehender Abschied und schon geht die Reise Richtung Flughafen. Einmal mehr bin ich tief berührt von der Glaubensstärke und Treue unserer Geschwister.

 
 

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